Charaktere Projektentwicklung
Phase I

Die Heldenfigur

#Helden
#Figurenentwicklung
#Kreativer Prozess


Was macht den Hauptcharakter einer Geschichte aus und welche Möglichkeiten gibt es, eine Heldin der einen Helden für die eigene Story zu erschaffen? Finde es heraus.
 


Ich habe mich schon ausgiebig mit der Storyidee meines Films auseinandergesetzt und hatte sogar bereits eine Storyoutline in Angriff genommen. Doch ein Problem, dass ich durch diesen Prozess mitgeschleift habe, ist, dass ich immer noch nicht so richtig weiß, wer denn nun die Hauptfigur meiner Story ist.

Zwar habe ich im Zuge der Charakterisierungen einen guten Eindruck von meinen Figuren bekommen, doch spätestens bei der Storyoutline wurde mir schmerzlich bewusst, dass all die Ideen zu Szenen, Geschehnissen und Abläufen ohne einen Hauptcharakter nicht wirklich zielführend sind. 

Also bin ich ein paar Schritte zurückgegangen und habe mich nochmals mit der Logline meiner Story auseinandergesetzt, um eine Figur in das Zentrum des Geschehens zu rücken.

Die aktuelle Logline, mit der ich arbeite und anhand derer ich meinen Hauptcharakter ausformuliert habe:

Als mysteriöse Ereignisse das Leben eines gefeierten Autors auf den Kopf stellen, muss er verhindern, dass sein Lebenswerk durch seinen erfolgshungrigen Protegé zerstört wird.

Im Folgenden werde ich Dir einen kurzen Überblick über die Heldenfigur geben, was sie ausmacht, wieso sie so besonders wichtig ist und mit welchen Methoden man sich Helden für die eigene Story erschaffen kann.

Viel Spaß.


Was definiert den Hauptcharakter?

Eine gute Story dreht sich immer um das Problem einer einzigen Person. Das des Hauptcharakters, des Helden oder der Heldin. Sie sehen sich einem Konflikt gegenüber, den sie besiegen müssen oder woran sie scheitern könnten. Der Weg, der dabei zurücklegt wird, ist die Story.

Hauptcharaktere verkörpern das menschliche Element der Story. Sie stehen im Mittelpunkt der Erzählung und wir erleben die Geschehnisse aus ihren Augen. Hauptcharaktere sind der eigentliche Grund, weswegen wir einen Film überhaupt schauen.

So kann das Konzept oder die Logline eines Films unser Interesse wecken, doch der Hauptcharakter ist die Figur, die uns an diese Story bindet.

Audiences don’t really care about stories; they care about characters.

Matt Bird

Wieso benötigt die Story einen Hauptcharakter?

Abgesehen von der Bindung an die Story, hat der Hauptcharakter noch eine andere wichtige Funktion: Er oder sie lässt uns, das Publikum, etwas fühlen.

Wir wollen uns mit Helden identifizieren können, möchten so sein wie sie oder wir erkennen Eigenschaften und/oder Probleme, die den unsrigen ähneln und wollen sehen, wie die Helden damit umgehen und sie schlussendlich erfolgreich überwinden. Vielleicht können wir uns ja etwas abschauen?

Dabei müssen wir nicht zwangsläufig Sympathie für die Helden aufbringen, aber unbedingt Empathie. Und was noch wichtiger ist: Je menschlicher Helden auftreten mit all den Fehlern, Makeln und Problemen, die auch uns Normalos plagen, desto eher können wir uns mit ihnen identifizieren.

Character is the human element of your story, the aspect that the audience actually cares about.

Matt Bird

So ist es nicht verwunderlich, dass Helden, die falsch verstanden werden, die Fehler machen, die scheitern, denen wir in intimen Situationen ihre Verletzlichkeit ansehen können, uns am liebsten sind, denn das verbindet uns mit ihnen. Wir fühlen, was die Helden fühlen und erleben ihre Reise als die unsrige.

Helden sind das Herz der Story, der Mittelpunkt, um den sich alles, wirklich alles drehen muss.

Um was geht es dem Hauptcharakter?

Einem Hauptcharakter geht es meistens um das Erreichen eines bestimmten Ziels, auch Want (eng. für Wollen) genannt. Das Want bezieht sich meistens auf etwas Materielles oder Greifbares, von dem die Helden sich die Lösung all ihrer Probleme oder ein besseres Leben erhoffen. Dieses Ziel ist zugleich der Konflikt bzw. der Auslöser dafür, der die Helden auf die Abenteuerreise schickt. 

Doch was die Helden eigentlich benötigen, ist die Erfüllung von bestimmten Bedürfnissen, auch Need (eng. für brauchen) genannt. Dieses Need ist ein tief sitzendes inneres Problem, was es zu erkennen und überwinden gilt. Erst durch diese Erkenntnis sind sie in der Lage, ihre wahren Ziele zu erlangen, an den Herausforderungen zu wachsen und verändert aus der Story hervorzugehen.

Helden erkennen die Bedeutung des Need meist erst gen Ende der Story, kurz bevor oder nach Erreichen des Wants, welches sich als nicht befriedigend entpuppt. Denn das materielle Ziel, das Want, schafft das eigentliche Problem nicht aus der Welt. Erst die Erkenntnis, dass das Want dem Need geopfert werden muss, lässt die Helden erfolgreich sein.

A protagonist without a clear goal has nothing to figure out and nowhere to go.

Lisa Cron

Zusammengefasst: Das Want ist der äußere Konflikt, von dem sich die Helden die Lösung all ihrer Probleme erhoffen. Das Need ist der innere Konflikt, der die eigentliche Lösung ihrer Probleme ist und sie ans Ziel bringt.

Merkmale der Helden

Also, keine Story ohne Helden, keine Helden ohne innere und äußere Konflikte. Doch wie werden Charaktere zu Helden?

Durch die Handlungen, die sie ausführen und den Wandel, der dadurch in Gang gesetzt und durchlebt wird.

Ein Held, der etwas will, handelt, doch er gerät in Konflikt, der zum Höhepunkt führt und dann zu einer Auflösung

Linda J. Cowgill

Helden führen das Publikum in die Storywelt ein. Durch die Held-Perspektive wird ihnen alles gezeigt, was über die Welt und ihre Charaktere wissenswert und wichtig ist.

Meist lernen wir die Helden in dem Moment ihres Lebens kennen, wo der Konflikt unmittelbar bevorsteht und das Leben aus der gewohnten Bahn wirft. Entweder durch eine bestimmte Handlung der Helden oder durch etwas, was urplötzlich auftaucht und sie zum Handeln zwingt.

Wie im echten Leben nimmt sich niemand vor, einfach mal heldenhaft zu handeln. Man wird in eine Situation hineinkatapultiert und handelt entweder heldenhaft oder nicht. So müssen Helden oftmals einige Anläufe nehmen, um zu begreifen, dass sie nur ihr Ziel erreichen können, wenn sie sich dem Konflikt stellen.

Wollen und Handeln sind wichtige Aspekte, die Helden von den anderen Charakteren unterscheiden. Passive Helden, die nur ein Spielball der Geschehnisse sind, wecken nicht viel Interesse beim Publikum. Was sie hingegen dazu veranlasst mitzufiebern, sind Helden, die aktiv versuchen, die Geschehnisse zu ihren Gunsten zu drehen, doch dadurch immer wieder neue Ereignisse auslösen, die sie in die nächste verzwickte Situation befördern.

What your protagonist wants dictates how she will react to everything that happens to her.

Lisa Cron

Helden sind fest davon überzeugt, dass sie das Richtige tun und das Ziel, welches sie verfolgen, für ihr Wohlbefinden, Glück, Überleben, etc. essenziell ist. Als Zuschauer:in erkennen wir recht schnell die komplexeren Zusammenhänge hinter diesen Zielen, Wünschen und Konflikten, doch den Helden wird das erst gegen Ende der Story klar.

An dem Punkt nämlich, an dem der alles entscheidende Konflikt ansteht, der den Helden alles abverlangt und ihr Schicksal bestimmt. Entweder sie siegen oder sie zerbrechen daran. Eine Wahl haben sie nicht, außer, dass sie handeln müssen.

I need a hero

Wie bereits erwähnt, habe ich eine Storyidee mit Charakteren und einer Logline, aber noch keinen Helden oder Heldin, die diese Story anführt. 

Klar, ich könnte die Rolle des Hauptcharakters auch auf mehrere Charaktere verteilen, doch das führt meistens dazu, dass man als Zuschauer:in nicht so richtig weiß, mit wem man sich denn identifizieren soll.

Was nicht heißt, dass das nicht funktionieren würde, aber selbst bei einem Ensemble-Stück gibt es einen Charakter, der im Verlauf der Story in den Mittelpunkt der Erzählung rückt.

Audiences will always choose one character to be their hero.

Matt Bird

Und obwohl ich in der Vergangenheit mit dem Gedanken gespielt habe, meine Story als Ensemble-Stück zu gestalten, kam ich doch immer wieder an den Punkt, ohne Helden nicht so richtig weiterzukommen.

Wer wird mein_e Held_in?

Wie entscheidet man sich nun dafür, wer die Helden einer Story sein sollen? Ich habe momentan einen Pool von fünf Charakteren – Chris, Anna, Benny, Lena und Dennis –und ursprünglich hatte ich Chris immer als Helden der Story im Kopf, ohne jedoch genau zu wissen, warum.

Dann, nachdem die Storyidee etwas mehr ausformuliert war, habe ich eine Zeit lang Anna als Heldin in Betracht gezogen. Und sogar den eigentlichen Sidekick der Story, Benny, hatte ich mal als Helden ausprobiert.

Always tell a story about your best character.

John Truby

Für all das gab es keine bestimmten Gründe, sondern ich habe mich zum einen nach meinem Bauchgefühl gerichtet (Chris) oder weil es in dem Moment gut zu ein paar Handlungsideen gepasst hat (Anna und Benny). Vielleicht verdeutlicht dies aber auch, wie planlos ich umhergeirrt bin, bevor ich mich intensiver mit der Logline auseinandergesetzt habe, was nicht ohne Grund am Anfang der Storyentwicklung erfolgen sollte. Lesson learned!

Also, die aktuelle Logline lautet:

Als mysteriöse Ereignisse das Leben eines gefeierten Autors auf den Kopf stellen, muss er verhindern, dass sein Lebenswerk durch seinen erfolgshungrigen Protegé zerstört wird.

Wie Du eine Logline für Deine Story formulieren kannst, gibt es HIER zum Nachlesen.

Also bin ich zu den Wurzeln meiner Storyidee zurückgekehrt, denn eine der ersten Storyideen hatte einen Autor als Hauptfigur, der eine letzte Storyidee knacken will, bevor die Welt untergeht, – kannst Du HIER nachlesen – und habe CHRIS als Autoren wieder ins Zentrum der Geschichte gerückt.

First thought, best thought.

Allan Ginsberg

Nun kann man nicht einfach sagen, dieser oder jener Charakter ist der Held oder die Heldin und fertig. Na gut, können schon, aber ein Hauptcharakter hat ja die Aufgabe, die Story anzuführen, sich im Zentrum der Erzählung zu befinden und sich einem bestimmten Konflikt zu stellen, den nur er oder sie bewältigen kann.

Wäre jeder Charakter in der Lage, den Konflikt zu lösen, wären Helden überflüssig. Und somit auch irgendwie die Story, denn das Publikum will ja sehen, wie Helden all ihre Kraft aufbringen müssen, um ihr Ziel zu erreichen oder eben daran zu scheitern. Der Hauptcharakter sollte als Einziger in der Lage sein, die Lösung des Konflikts herbeizuführen. Und demnach ist die Figur, die diese Kriterien erfüllt, die Heldenfigur.

Wie erschafft man Helden?

Nachdem ich die Logline hatte, konnte ich mich darauf konzentrieren, wie mein Hauptcharakter sein soll. Dazu gibt es eine Reihe von Fragen oder besser gesagt Punkte, anhand derer man sich Schritt für Schritt an die Heldenfigur herantasten kann.

Wichtig ist auch zu betonen, dass der Hauptcharakter nur so gut ist, wie die Charaktere, die ihn oder sie umgeben. Doch dazu in einem späteren Blogpost mehr.

Da man zum jetzigen Stand der Storyentwicklung wahrscheinlich schon ein paar Handlungsideen hat, aber die Story noch nicht zu 100 % steht, geht es im Folgenden auch erst mal darum, sich mit Ideen zum Hauptcharakter auseinanderzusetzen. Ein Gefühl für den Charakter und die Konflikte zu bekommen.

In einem späteren Schritt, wenn die anderen Charaktere mit eingebunden werden, allen voran die Gegenspieler, wird das Ganze Stück für Stück konkretisiert.

Faszination

Zuerst sollte man dafür sorgen, dass der Hauptcharakter alle Blicke auf sich zieht. Hierbei geht es nicht um Äußerlichkeiten, sondern um das Verhalten, das im besten Fall immer faszinierend und mysteriös ist. Wenn das Publikum merkt, dass der Held oder die Heldin etwas verbirgt oder nicht die Person zu sein scheint, für die sie sich gibt, entsteht das Verlangen hinter die Fassade blicken und mehr über diese Person erfahren zu wollen, ja sogar zu müssen, um die Neugier zu befriedigen.

Was könnte das Faszinierende an Chris sein?

Das Verhalten: Chris sollte eine zwiespältige Persönlichkeit sein. In einem Moment anziehend und im Nächsten abstoßend durch seine Handlung/Verhalten gegenüber anderen. Er könnte etwas verheimlichen, was sein Manuskript betrifft. Vielleicht entsteht der Eindruck, dass er dir Idee zu seinem neuen Buch von seinem Protegé geklaut hat? Durch sein Verhalten (arrogant, herablassend, egoistisch) stößt er die  Zuschauer_innen immer wieder vor den Kopf, um sie danach wieder einzufangen durch seine Wortgewandtheit und sympathische Art. Eventuell haftet ihm etwas von einer Affäre mit wemauchimmer an?

Identifikation

Neben dem Aspekt der Faszination ist es für die Zuschauer:innen wichtig, sich zumindest etwas mit dem Hauptcharakter identifizieren zu können. Das lässt sich durch das Verlangen (Want) und das moralische Bedürfnis (Need) erreichen.

Das Want ist der äußere Konflikt, das materielle Ziel der Helden, welches die Zuschauer:innen mitfiebern lässt, denn sie wollen sehen wie die Helden erfolgreich sind.

Das Need ist der innere Konflikt, das, was unter der Oberfläche lauert und brodelt und von dem das Publikum lange vor den Helden weiß, dass dies der eigentliche Konflikt ist, der überwunden werden muss, um wirkliche Erfüllung zu erlangen.

Neben dem psychologischen Bedürfnis, also ein Konflikt, welcher nur das Innenleben der Helden betrifft, ist es ratsam, auch ein moralisches Bedürfnis zu entwickeln. Dieses betrifft das konfliktgeladene Verhalten der Helden ihrer Außenwelt gegenüber.

Durch einen zusätzlichen moralischen Konflikt bekommen das Publikum neben dem materiellen Ziel der Helden einen weiteren Aspekt zum Mitfiebern, denn sie wollen schließlich nicht nur sehen, wie die Helden ihre Ziele erreichen, sondern auch, wie sie sich dadurch zum Besseren wandeln.

Was könnte dazu führen, sich mit Chris zu identifizieren?

Der äußere Konflikt: Er muss mit dem neuen Buch Erfolg haben, da er ansonsten alles verliert. (z. B. Schulden, Scheidungskrieg, verliert das Sorgerecht seines Kindes, evtl. hat er einen Knebelvertrag mit seinem Verlag oder ist einen für das neue Buch eingegangen?)

Der innere (moralische) Konflikt: Chris muss sein abwertendes, arrogantes und egoistisches Verhalten überwinden und erkennen, dass er damit mehr sich selbst schadet, als dass es ihm einen Vorteil verschafft.

Empathie

Natürlich ist es sinnvoll, Helden eine gewisse Sympathie zu verleihen, denn ansonsten läuft man Gefahr, dass Zuschauer:innen sich nicht genug mit unseren faszinierenden Helden identifizieren können und ihnen das Schicksal unserer Figuren herzlich egal ist.

Aber jeder Mensch hat Ecken und Kanten, ist niemals durchweg nett und sympathisch, hat dunkle Seiten, wieso dann nicht auch unsere Helden? Das lässt sie umso echter erscheinen, was für die Story nur von Vorteil ist.

Wie heißt es doch so schön: Jeder hat ein öffentliches Selbst, ein privates Selbst und ein geheimes Selbst.

Viel wichtiger als Sympathie ist, dass das Publikum Empathie mit unseren Helden empfinden. Sie müssen verstehen warum Helden das tun, was sie gerade tun. Auch wenn es nicht sonderlich sympathisch oder liebenswürdig ist.

Was könnte Empathie für Chris auslösen?

Das Warum seines Handelns: Es muss den Zuschauer_innen klar sein, dass von diesem Buch alles, wirklich alles abhängt und er dafür durch die Hölle gehen würde. (Was er natürlich auch wird 😉)

Bedürfnisse

Zusätzlich zu dem bereits erwähnten moralischen Bedürfnis, gilt es, den Helden ebenfalls ein psychologisches Bedürfnis aufzuerlegen.

Welche psychologischen Bedürfnisse treiben Chris an?

Der innere (psychologische) Konflikt: Chris muss sein vermindertes Selbstwertgefühl überwinden, das ihn in einen ständigen Konkurrenzkampf mit allem und jedem versetzt. 

Charakterwandel

Hier steht die Charakterentwicklung im Vordergrund. Die Schwächen, die dem Hauptcharakter am Anfang der Story anhaften, müssen am Ende in einer Art Selbsterkenntnis (zum Besseren oder auch Schlechteren) abgelegt werden.

Diese Selbsterkenntnis lässt ihn oder sie die inneren Konflikte erkennen, die das eigentliche Hindernis sind, was es zu überwinden gilt, um das ersehnte Ziel zu erreichen. Mit dieser neuen Erkenntnis, werden die alten Überzeugungen über Bord geworfen und der Wandel in einer finalen Handlung vollzogen; das materielle Ziel wird für das moralisch richtige geopfert.

Das Ganze passiert nicht plötzlich, sondern ist ein Prozess, der sich über den gesamten Storyverlauf hinweg erstreckt. Hierbei werden die grundlegenden Überzeugungen des Hauptcharakters – was er:sie für ein gutes und lebenswertes Leben hält und was er:sie bereit ist, dafür zu tun bzw. aufzugeben – immer wieder auf die Probe gestellt und in ihren Grundfesten erschüttert, um am Ende den nötigen Wandel erkennbar werden zu lassen und somit auch die wahre Bestimmung herbeizuführen.

Um dies nun in die Tat umzusetzen, sollte man vom Ende her an die Sache rangehen. Also den Wandel oder die Erkenntnis, die der Charakter am Ende vollziehen soll, als Ausgangspunkt nehmen und aufgrund dessen, das Verlangen (Want) und Bedürfnis (Need) anpassen. Die nötigen Zwischenschritte sind dann die bekannte Heldenreise, eine Reise des Lernens und sich Wandelns.

Vorteil daran ist, dass man das Ende der Reise beim Schreiben der Story immer vor Augen hat und selbst, wenn man sich mal verirren sollte, immer weiß, auf was es hinauslaufen muss.

Wie sieht der Charakterwandel von Chris aus?

Der Charakterwandel: Am Anfang der Story ist Chris eine arrogante, herablassende und egoistische Person, die sich und ihr Tun in den Mittelpunkt stellt. Nach dem Wandel ist er selbstlos, wertschätzend und gewissenhaft und erkennt, wie wichtig sein Umfeld für ihn und seinen kreativen Prozess ist.

Veränderte Überzeugungen

Die grundlegenden Überzeugungen auf die ein Charakter sein Werteverständnis und Handeln aufbaut sollten im Verlauf der Story vom ihm oder ihr zunehmend infrage gestellt und am Ende neuen Überzeugungen weichen. Diese werden dann von dem Hauptcharakter durch sein oder ihr Handeln sofort in die Tat umgesetzt, um den tiefgreifenden Wandel zu zeigen, der durchgemacht wurde.

Welche Überzeugungen stellt Chris in Frage?

Die veränderten Überzeugungen: Chris befreit sich von dem Glauben, nur durch sein egoistisches und abwertendes Verhalten sein Schaffen vor anderen beschützen zu können.

Ziel

Ein Hauptcharakter sollte im Storyverlauf einem Ziel nacheifern, welches sich in seiner Wichtigkeit immer weiter steigert. Dieses Ziel ist das Rückgrat der Story und sollte spezifisch sein. Das Publikum muss erkennen können, ob und wann der Hauptcharakter das Ziel erreicht hat.

Was ist das Ziel für Chris?

Das Ziel: Chris will das Manuskript in seinen Händen halten. Die Zuschauer_innen erkennen, dass er daran gescheitert ist, wenn im finalen Kampf mit seinem Protegé das Manuskript zerstört wird.


That’s it. Held fertig. Na gut, ist noch alles etwas lose, denn Helden können nicht einfach so Helden sein. Wie Anfangs schon erwähnt, spielt das Umfeld mit den übrigen Charakteren eine wichtige Rolle. Allen voran die Gegenspieler, nach dem Hauptcharakter die wohl wichtigste Figur in einer Erzählung.

Insofern werden sich die Ziele, die inneren und äußeren Konflikte, die Selbstoffenbarung und der Charakterwandel von Chris bestimmt noch etwas verändern und anpassen, wenn ich mich im nächsten Schritt mit den antagonistischen Kräften beschäftige. Es bleibt also spannend.

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