Stand der Dinge – Erste Fassung

Letztes Update 29.11.2021 (Chris‘ neue Charakterisierung hinzugefügt)

– Von was handelt der Post?

In diesem Blogpost zeige ich Dir, wie die erneute Überarbeitung der Charaktere die Story ein gutes Stück voran gebracht hat.

– Was ist passiert seit dem Gespräch mit Philomena?

Nachdem die Charakterisierungen (LINK) fertiggestellt und im letzten Story-Development Gespräch (LINK) besprochen wurden, bin ich noch intensiver in die Welt meiner Charaktere abgetaucht und habe die ersten Gehversuche in der Storyentwicklung unternommen.

Das letzte Gespräch (LINK) mit Story-Development Coach Philomena Höltkemeier (LINK) hat die noch fehlenden Konflikte bei einem Großteil meiner Charaktere offenbart. Und Charaktere, die nichts zur Story beitragen können, haben folglich auch nichts in einer Story verloren.

Aber so drastisch, alle unbrauchbaren Charaktere sofort zu streichen, bin ich nicht vorgegangen. Stattdessen habe ich sie mir nochmals zur Brust genommen, versucht, mich von allen bisherigen Vorstellungen zu den einzelnen Figuren zu lösen – was nicht wirklich leicht war – und sie neu zu modellieren. 

Every act of creation is first an act of destruction. – Picasso (oder Rob McKee)

Während der erneuten Auseinandersetzung mit den Charakterisierungen, hat sich bei mir viel gelöst. So habe ich alle Figuren richtig hemmungslos und ohne Rücksicht auf Verluste umgedacht, mit verschiedenen Ideen gespielt, die Eigenschaften der Charaktere untereinander vertauscht, um zu sehen, was passiert, kurz: nochmals vollkommen frei an die Sache rangegangen.

Das Resultat von diesem Prozess ist ein viel klareres Bild von den jeweiligen Charakteren, als auch von der Story. Doch dazu später mehr.

Was hat sich an den Charakteren verändert? Wie bin ich vorgegangen?

Bezüglich der Figuren an sich, also Anzahl, Namen etc., hat sich nichts verändert. Doch ich habe, wie oben bereits erwähnt, mit Charaktereigenschaften, Wesenszügen und Konflikten gespielt, und geschaut, wie sich das in Bezug auf die anderen Figuren und die Story auswirkt.

So habe ich zum Beispiel meinen bisherigen Hauptcharakter Chris in einen selbstgerechten und herrischen Typus umgemünzt. Vorteil davon, durch diese neuen Wesenszüge fiel es mir leichter, ihn in Konflikt mit sich, seinen Freunden und vor allem seiner Beziehung zu Anna zu stellen. Nachteil: ich habe erstmal meine Hauptfigur geopfert.

(BILD NOTIZBUCH)

So bin ich die Reihe nach die Figuren durchgegangen und habe sie vielleicht sogar etwas oberflächlicher und klischeehafter gemacht. Das hat mir aber dabei geholfen, ein deutlicheres Bild von ihnen zu bekommen, sie besser gegeneinander zu positionieren und neue Konfliktmöglichkeiten auszumachen.

Auch die Beziehungen zueinander habe ich etwas verändert. So sind Chris und Anna immer noch in einer Beziehung, wenn auch kurz vor der Trennung und Lena und Dennis sind kein Pärchen mehr. Und di freundschaftliche Beziehung unter ihnen hat schon von Beginn an Risse, die aber durch falsche Freundlichkeit und falsches Freunde-sein, verdeckt werden.

– Neue Charakterisierungen

Loslassen von alten Vorstellungen

Das Ergebnis der neuen Charakterisierungen

Chris (was hat sich im Vergleich zur letzten Charakterisierung geändert?)

Aktuelle Charakterisierung

Typ 2: Helfer, Fürsorgliche, Besitzergreifende

Selbstbilder: Ich helfe

Vermeidung: Bedürftigkeit

Ziele: Helfen

Eigenschaften: Fürsorge, Barmherzigkeit, Solidarität

Abwehrmechanismen: Unterdrückung, Verdrängung

Fallen: Schmeichelei, Gefälligkeit

Laster: Stolz

Stresspunkt (Typ 8): blinde Wut und Aggressivität 

Entschärfung (Typ 4): Selbstliebe


Chris, das „tian“ hat er als Kind schon gehasst, wird am 23.09.1986 geboren. Ein Stadtkind, Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die sich den Arsch für ihn aufreisst, damit er alles haben kann, wonach sein kleines Herz begehrt.

Er ist nämlich der sehnlichste Wunsch der Mutter gewesen, die ihn erst spät und mit einigen Komplikationen zur Welt gebracht hat. Chris rechnet es ihr bis heute hoch an, was sie für ihn möglich gemacht hat und verspürt diesbezüglich immer wieder extreme Schuldgefühle, da er es nie geschafft hat, ihr seinen Dank in einer Weise zurückzugeben, die er für angemessen hielt.

Sie hat ihn immer ermutigt dem nachzugehen, was ihn fasziniert. Aber das waren und sind viele Dinge, und so richtig entscheiden konnte er sich nie, denn Chris war eher darauf bedacht, seine Mutter zu unterstützen, die sich auch in vielem versuchte, und in vielem erfolglos blieb. Er konnte die Tränen seiner Mutter einfach nicht ertragen, und so setzte er alles daran, sie wieder glücklich zu machen. Nur so kam er sich geliebt vor. Wenn ihn seine Mutter in den Arm nahm und sich bei ihm bedankte.

Er hat es immer als selbstverständlich angesehen, für seine Mutter da zu sein und ihr Hilfe zu leisten. Was ihn bis heute nicht loslässt, ist die Tatsache, dass seine Mutter sich bis zu ihrem viel zu frühem Tod in die Arme eines anderen Mannes begeben hat. Für ihn ein krasser Vertrauensbruch, der in unkontrollierten Wutausbrüchen gipfelte, die sich gegen alles in seinem Umfeld richteten.

Chris lernt schon früh, seiner Wut durch Schreiben Einhalt zu gebieten. In seinen Geschichten kann er sich die Welt so zurechtlegen, wie sie ihm passt. Aber auch das ausleben, zudem er in der Realität nicht imstande ist: Sich komplett frei fühlen.

Schon als Kind merkt er, dass er anders ist als die anderen, als ob etwas in ihm schlummert, was raus will. Nur hat er keine Ahnung, was es ist. Doch nach aussen hin ist Chris ein Sonnenschein, der den Eindruck erweckt, als könne ihm nichts etwas anhaben. Durch seine hilfreiche Ader und der blühenden Fantasie ist er mehr als beliebt unter seinen Mitschülern und weiß genau wie er seine Fähigkeiten einsetzen muss, um bei den Mädchen gut anzukommen.

Doch die Beziehungen halten nie sonderlich lange, was er nicht verstehen kann. Tut er doch alles für seine Partnerin und kümmert sich um all die Belange, so sinnlos sie ihm auch erscheinen. Die Zeit vor einer Trennung ist für Chris mehr als schmerzvoll. Er fühlt sich betrogen und ausgenutzt und die einstige Liebe verwandelt sich in Abscheu vor der anderen Person. Er nutzt seine Wort- und Redegewandtheit, um seine Partnerinnen so richtig fertig zu machen, findet sogar gefallen daran, wie gemein er sein kann und wie leicht es ist, jemanden damit erniedrigen und kontrollieren zu können.

Auch bemerkt er, wie er auf diese Art manche seiner Partnerinnen am weggehen hindern kann. Nicht das er noch etwas empfinden würde, aber diese Kontrolle über eine andere Person, diese Macht, gibt ihm ein erhabenes Gefühl. Hinzukommt, dass erI  in solchen Phasen besonders kreativ ist und Inspiration für seine Geschichten daraus ziehe kann.

Schon während der Studienzeit veröffentlicht er ab und an eine Kurzgeschichte oder schreibt für kleine Publikationen. Wirklich leben kann er davon nicht, doch es spornt ihn an, seinem Ziel Schriftsteller zu werden weiter nachzugehen.

Mehr zufällig lernt Chris während des Studiums die Freunde kennen, die ihn sein Leben lang begleiten werden. In der überfüllten Mensa setzt er sich einfach an einen Tisch mit Leuten, die sich untereinander auch nicht kennen und innerhalb kürzester Zeit, beschließt die Gruppe, Abends was zu unternehmen. Denn eins kann Chris besonders gut; den Vermittler spielen. Für ihn ist es ein Leichtes, sich mit Leuten zu vernetzten, wobei er sich niemals in den Mittelpunkt drängt. Er steht lieber an der Seitenlinie und lenkt die Geschehnisse.

Aus der Gruppe Fremder werden schließlich die besten Freunde, die ihm innerhalb kürzester Zeit ans Herz wachsen. Vor allem Anna, die, wie er, Germanistik studiert und ebenso ein Faible für das Schreiben hat. In ihr sieht er seine Traumfrau. Er liebt ihre offene Art, ihre Hingabe und ihren Intellekt. Die nächtelangen Gespräche und Diskussionen, die sie anfangs in der Beziehung führen, lassen ihn erkennen wie perfekt sie füreinander sind. Wie perfekt sie für seine Belange ist.

Chris kann Anna in so vielen Dingen Hilfestellung geben und von ihr so vieles für seine Geschichten mitnehmen. Im späteren Verlauf ihrer Beziehung, Chris hat nach dem Studium seine Wortkreationen in den Dienst der Werbung gestellt, und Anna angefangen als Lektorin zu arbeiten, bekommt er durch ihre Kontakte die Chance, seinen ersten Roman zu veröffentlichen.

Die Arbeit daran wird zur Zerreissprobe für die Beziehung. Hat er doch das Gefühl, Anna ständig mit ihren Unsicherheiten und Versagensängsten helfen zu müssen und so mit dem Schreiben in Verzug zu geraten. Er gibt ihr dafür die Schuld, da sie in seinen Augen nicht fähig ist, ihr Leben in den Griff zu bekommen und ihn arbeiten zu lassen. 

Insgeheim hat er es aber gern, dass sie so angewiesen ist auf ihn, doch ihre Unsicherheit bringt ihn des Öfteren zur Weissglut, ein Gefühl, dass sich seit seiner Kindheit nicht mehr so extrem bemerkbar gemacht hat.

Annas mehrfache Versuche die Beziehung zu beenden, nimmt er mit seiner unwiderstehlich charmanten Art immer wieder den Wind aus den Segeln. Denn er weiß, ein Ende der Beziehung wäre eine Katastrophe für ihn und sein Schaffen als Schriftsteller.

Ein Titel, an dessen Klang sich Chris gewöhnt hat, obwohl sein erstes, wie auch das zweite Buch nicht wirklich von Erfolg gekrönt sind und die Arbeit in der Agentur immer noch seine Hauptbeschäftigung ist.

Die Schuld an den mittelmäßigen Erfolgen seiner Romane gibt Chris Anna. Hätte er mehr Zeit für sich und seine Arbeit gehabt und sich nicht dauernd um Annas Probleme kümmern müssen, wären ihm die Bücher bestimmt besser gelungen.

Das Anna derweil eine gute Karriere in der Literaturwelt hinlegt, überrascht ihn zum einen, aber es wurmt ihn auch. Doch er tröstet sich mit dem Gedanken, dass sie das ohne seine Hilfe niemals geschafft hätte. Er scheut auch nicht davor zurück, es ihr unter die Nase zu reiben, sollte sich eine passende Situation ergeben, z. B., wenn er sich von ihr in die Enge getrieben fühlt.

Chris beschließt schließlich alles auf eine Karte zu setzen und seinen Job an den Nagel zu hängen, um sich ganz dem Schreiben widmen zu können. Er hat sich dafür auch schon einen peniblen Plan zurecht gelegt und ist sich sicher, dass sein neuer Roman der Durchbruch sein wird, den er sich immer erhofft hat.

Zum Schreiben sucht er sich ein besonders idyllisches aber abgelegenes Häuschen. Sehr zum Missfallen Annas, denn er besteht darauf, dass sie ihn jedes Wochenende besucht. Um die kreativen Säfte am Laufen zu halten, wie er es gerne nennt. Ein Wochenende lang harten Sex nach seinen Vorstellungen. Er ist schließlich der Künstler, derjenige der jede Form der Unterstützung benötigt.

Die Zeit in der Einsamkeit bekommt Chris schon nach kurzer Dauer nicht sonderlich gut. Mit dem Schreiben kommt er überhaupt nicht voran und Anna versäumt es hin und wieder die Wochenendtermine wahrzunehmen oder ist zu müde um auch nur die Beine breit zu machen. Was ihn aber nicht davon abhält, sich das zu nehmen, was ihm zusteht. Wenn sie ihn nicht besucht, nimmt er den langen Weg in Kauf in die Stadt zu fahren und sich an Anna abzureagieren.

Doch Chris bemerkt auch, dass ihre Beziehung alles andere als gut läuft. Ein klärendes Gespräch bringt einiges auf den Tisch. Aber vor allem Annas urplötzlicher Wutausbruch, erschrecken ihn und er ist erstaunt, noch nie dieses Seite Annas gesehen zu haben. Etwas irritiert gibt er nach und versichert ihr, sich zu ändern. Insgeheim aber denkt er sich: erst das neue Buch fertig schreiben und dann Anna besänftigen.

Die darauf folgende Zeit reisst sich Chris am Riemen, kehrt dem Häuschen den Rücken und kümmert sich ebenso um seine Beziehung, wie um sein Buch. Bei einem gemeinsamen Essen mit Benny schwelgen sie in alten Zeiten und beschließen, in recht alkoholisiertem Zustand, die anderen der Clique, welche sie teilweise Jahre nicht mehr gesehen haben, für ein Wochenende in das Haus einzuladen in dem Chris geschrieben hat.

Chris ist absolut begeistert von der Idee, denn er hat ihnen allen großartige Neuigkeiten zu verkünden: Es ist nicht lange her, da hat er Annas positiven Schwangerschaftstest im Mülleimer entdeckt. Als zukünftiger Vater hat er sich auch schon einen Plan zurecht gelegt, wie er vor ihren Freunden um Annas Hand anhalten kann.

– Über die Charakterisierungen zur Story

Wie ich durch die Neuausrichtung meiner Charaktere mit der Story ein gutes Stück voran gekommen bin.

Nach den Charakterisierungen und dem Story-Development Gespräch habe ich mich noch einmal mit meinen Charakteren beschäftigt und die ersten Gehversuche in der Storyentwicklung gewagt.

Natürlich habe ich mir schon vorher immer mal wieder Gedanken gemacht, was denn so alles passieren könnte, aber das war mehr in Fragmenten, als wirklich mal konzentriert am Stück gedacht.

Aber gerade als ich mich intensiv mit den Figuren beschäftigt habe, kamen immer wieder Ideen für mögliche Szenen und Handlungen.

Die Story, wie sie im Moment ist. (Spoilerwarnung nicht vergessen)

Eine grobe Story schwebt mir schon seit geraumer Zeit im Kopf herum:

Die Freunde treffen sich nach einigen Jahren in einem Ferien haus wieder um auf alten Zeiten zu schwelgen und sich mal wieder zu sehen. Sie haben sich alle in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Nicht alle zum Vorteil.

Es kommt sehr bald zu einer ersten Auseinandersetzung, bei der ein Meteoriteneinschlag den Streit beendet. Durch die Nachrichten erfahren sie, dass ein großer Einschlag bevorsteht und geraten in Panik, was sie tun sollen. 

(Wieso Sollzen sie nicht wegfahren?)

Bei eine m kämpf entdecken sie eine Bunkertür in einem Gebüsch und fortan entwickelt sie ein Kampf um den Platz im Bunker, denn auf der Tür werden Andeutungen gemacht, dass nur zwei Personen Platz haben.

Die Freundschaft entwickelt sich in Feindschaft und ein Kampf ums Überleben bricht aus. Bis schließlich der Schlüssel gefunden und der Bunker geöffnet ist, und sie sehen ,dass es sich um eine Wasserpumpe handelt (oder Ähnliches).

Sie realisieren, in was die Situation sie verwandelt hat und besinnen sich wieder zueinander. Der Meteorit ist im Anflug und sie haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden. Der Einschlag vereint sie wieder zu Freunden.XXXXX

– Der aktuelle Stand und die aktuelle Logline

Was sind die nächsten Schritte?

– Kann ich dem Leser was für seine Projekte mitgeben, wenn ja , was?

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