Kreativer Prozess Mindset

Die Welt der Ideen

Manchmal bleibt man im kreativen Prozess an Dingen hängen und kann nicht anders, als ihnen nachzugehen. So bin ich mal kurz in die Welt der Idee eingetaucht und habe interessante Sachen erfahren. Viel Spaß damit.


Die Finsternis des eigenen Denkens wird urplötzlich von einem grellen Licht zerrissen. Strahlendes Weiß durchbricht die Schwärze und verdrängt die Dunkelheit. Aber nur für einen kurzen Moment. Die plötzliche Erhellung endet so abrupt wie sie eingetreten ist. Das Licht erlischt, doch etwas ist anders. Die Finsternis ist einer Dämmerung gewichen. Etwas erhellt die Gedanken, auch wenn es vielleicht nur ein schwaches Glühen ist. Dieses Etwas ist die Idee.

So kann ich mir zum Beispiel die Entstehung einer Idee vorstellen. Als Geistesblitz. Doch meine Vorstellung endet, wenn ich probiere, den Ursprung einer Idee zu erfassen.

Den Weg einer Idee zurückzuverfolgen oder genauer, „zurückzudenken“, endet bei mir in totaler Verwirrung. Ich kann vielleicht noch Verbindungen zu anderen Ideen herstellen, die ich mal hatte oder den ein oder anderen Gedanken, der damit zusammenhängen könnte, zuordnen. Aber der Ursprung der Idee ist für mich nicht auszumachen, lässt sich nicht denken. Die Verortung ist zu abstrakt.

Ideas are so beautiful and they’re so abstract. And they do exist someplace. I don’t know if there’s a name for it.

– David Lynch

Mich wundert es nicht, dass die Idee oftmals als Erleuchtung, Eingebung, Erkenntnis oder auch Magie gesehen wird. Denn das Abstrakte lässt sich am besten mit Fantasie erfassen.

Ich bin der Überzeugung, dass Kreativität eine Kraft der Verzauberung ist – nicht ganz menschlichen Ursprungs. […] Ich glaube, dass ein schöpferischer Prozess zugleich magisch und voller Magie ist.

– Elizabeth Gilbert

Die Idee steht am Anfang eines jeden kreativen Prozesses. Dieses Etwas, das plötzlich auftaucht, Denkprozesse in Gang setzt, einen fesselt, begeistert und nicht mehr loslässt.

What is the most resilient parasite? Bacteria? A virus? An intestinal worm? An idea. Resilient… highly contagious.

– Cobb (Inception)

Wie auch immer man sich die Entstehung einer Idee vorstellt, aus wissenschaftlicher Sicht sind Ideen nichts weiter als psychologische Prozesse, die auf Intuitionen beruhen. Wobei hier der Begriff „Intuition“ Platzhalter für den unbekannten und unbewussten Ursprung der Idee steht.

Ideen entstehen aus allem, mit dem wir uns tagtäglich umgeben und das wir auf uns einströmen lassen. Also unsere Interessen und Hobbys, das, was wir lesen und sehen, Alltagssituationen etc. Wer jetzt den Einfall hat, sich kontinuierlich mit Informationen zuzuballern, um auf mehr und bessere Ideen zu kommen, dem sei davon abgeraten. Das Gegenteil ist eher der Fall, denn zu viel Input lähmt die Ideenfindung. Genauso wichtig wie es ist, sich mit den unterschiedlichsten Inspirationsquellen zu umgeben, so ist das bewusste „Abschalten“ oder „sich ablenken“ ausschlaggebend für die Entstehung einer Idee. Sich also mit weniger anspruchsvollen Dingen beschäftigen, die Gedanken schweifen lassen, Tagträumen – mit dem Gehirn offline gehen.

Das Gehirn wird sich im Offline-Zustand am ehesten spontan jenen Problemen und Themen zuwenden, die uns momentan im Innersten umtreiben.

Bas Kast

Das Gehirn braucht Zeit, um die gesammelten Informationen und Eindrücke neu zu kombinieren. Denn unsere Einfälle sind meist nur eine Kombination aus alten Ideen. Was nicht bedeutet, dass man keine bahnbrechende Idee haben kann. Das hängt wiederum mit der Bandbreite an Input zusammen, mit dem man sich auseinandersetzt. Jemand, der sich in einem sehr beschränktem Interessengebiet bewegt, wird es schwer haben, auf überraschend neue Kombinationen zu kommen. Je mehr wir unsere Interessen und unser Wissen erweitern, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, auf wirklich neue Ideenkombinationen zu stoßen.

Nicht jede Idee ist sofort ausgereift, meistens sogar weit davon entfernt. Hier kommt ein weiterer wichtiger Aspekt der Ideenfindung ins Spiel: das Durchhaltevermögen.

Oftmals gibt man zu früh auf, weil man einfach nicht weiter kommt, zu verbissen ist. Daraus resultiert, dass das Selbstvertrauen in die Idee sowie das eigene Können schwindet. Man beginnt an seiner Kreativität zu zweifeln und ist an dem Punkt, an dem Aufgeben leicht ist und man sich liebend gerne einfacheren Tätigkeiten zuwendet.

Be ready to receive the inspiration when it comes; be ready to let it go when it vanishes.

Tom Waits

Freiraum und Pausen, in denen das Gehirn „in Ruhe“ weiterdenken kann, sind ein gutes Mittel, sollte man mit der Ideenfindung festsitzen. Es gibt Ideen, die benötigen einfach ihre Zeit. So wie die von meinem Kurzfilm.

So ist auch mehrfach belegt,, dass eine etwas „faulere“ Herangehensweise von Vorteil sein kann.

Aber dass man mit und an der Idee arbeiten muss, ist leider unumgänglich. Doch auch hier ist es wie mit jeder anderen Herausforderung, der man sich stellt. Die Regelmäßigkeit mit der der (Denk-)Prozess wiederholt und trainiert wird, ist ausschlaggebend. Man läuft ja auch keinen Marathon, nachdem man zum ersten Mal eine halbe Stunde gejoggt ist. Die stetige Wiederholung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Das wichtigste aber ist, dass der Spaß bei der Ideenentwicklung nicht zu kurz kommt. Quält man sich dermaßen mit dem Prozess, gibt die Idee wahrscheinlich nicht genug her, und man sollte einer anderen die Chance geben. Das ist das Schöne am kreativen Prozess: Es gibt kein richtig oder falsch.


Wie kommst Du auf Deine Ideen? Würde mich wirklich interessieren. Schreib’ es mir gerne

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Gelerntes aus diesem Post:

Mich mit einem breiten Spektrum an Inspiration umgeben, denn man weiß nie, wo die nächste Idee auf einen lauert. Auch mal bewusst nichts tun, das Hirn arbeiten lassen. Und vor allem: Kill your darlings. Mich nicht verbissen an einer Idee festklammern, die nirgends hin führt.

Mein Fazit: Neugierig und offen sein, und dem Prozess vertrauen.